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KTG Agrar möglicherweise schon viel früher insolvent

Bislang konnten die Anleger der insolventen KTG Agrar SE nur von einer sehr bescheidenen Insolvenzquote ausgehen. Die könnte sich nun erhöhen. Denn der Insolvenzverwalter geht offenbar davon aus, dass der Agrar-Konzern schon viel früher pleite war und prüft daher, ob Haftungsansprüche gegen ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte der KTG Agrar geltend gemacht werden können.
 
Wie die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Insolvenzgutachten berichtet, war die KTG Agrar SE schon viel früher zahlungsunfähig, nämlich schon im Februar 2015. Insolvenzantrag wurde aber erst im Juli 2016 gestellt. Das würde bedeuten, dass die Insolvenz über einen Zeitraum von fast eineinhalb Jahren verschleppt wurde. Und für Insolvenzverschleppung haftet der damalige Vorstand. Dem Bericht zufolge hatte das Unternehmen D&O-Versicherungen abgeschlossen. Insgesamt liege die Deckungssumme der Manager-Haftpflichtversicherungen bei 40 Millionen Euro. Es werde geprüft, ob die Versicherung nun in Anspruch genommen werden könne.
 
Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Wie es aussieht, ist der Anlegerskandal um die KTG-Agrar um eine Facette reicher. Sollte das Unternehmen tatsächlich schon Anfang 2015 insolvent gewesen sein, wären die Anleger bewusst getäuscht worden. Können Haftungsansprüche gegen die ehemaligen Unternehmensverantwortlichen durchgesetzt werden, würde dies auch Geld in die Insolvenzkasse spülen. Angesichts des Schuldenbergs der KTG Agrar und der rund 340 Millionen Euro, die die Anleger über Anleihen investiert haben, müssten sie dennoch weiterhin mit hohen Verlusten rechnen. Wichtig ist es dennoch, zunächst die Forderungen beim Insolvenzverwalter bis zum 17. März anzumelden. Nur angemeldete Forderungen können im Insolvenzverfahren überhaupt berücksichtigt werden.
 

Da der Schaden der Anleger sich alleine über die Insolvenzquote aber nicht kompensieren lässt, können die Anleger auch noch weitere rechtliche Möglichkeiten prüfen. So kann nicht nur geprüft werden, ob gegen die ehemaligen Unternehmensverantwortlichen Schadensersatzansprüche bestehen, sondern auch, ob Forderungen gegen die Anlageberater und Vermittler geltend gemacht werden können. Diese hätten die Anleger u.a. auch über die bestehenden Risiken der Geldanlage genau aufklären müssen. Wurden Risiken in der Anlageberatung verschwiegen, können daraus Schadensersatzansprüche entstanden sein.

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