Farm Capital Management: Viele Anleger erleben zweite Insolvenz in kurzer Zeit
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Farm Capital Management: Viele Anleger erleben zweite Insolvenz in kurzer Zeit

Anleger der Farm Capital Management GmbH werden misstrauisch geworden sein als Auszahlungen ausblieben und das Telefon am anderen Ende der Leitung stumm blieb. Inzwischen haben sie traurige Gewissheit: Die Farm Capital Management GmbH ist zahlungsunfähig. Das vorläufige Insolvenzverfahren wurde am 17. Januar am Amtsgericht Kleve eröffnet (Az.: 32 IN 73/16).
 
Ein großer Teil der Anleger wird sich nach der Insolvenz der Farm Capital Management GmbH vermutlich vorkommen wie in einer schlechten Wiederholung. Wobei das Original noch unter dem Titel Agrofinanz GmbH lief. Die hatte den Anlegern angeboten, sich an Kakao- bzw. Palmölplantagen in Südamerika zu beteiligen. Allerdings machte die Finanzaufsicht BaFin einen Strich durch die Rechnung. Denn die Agrofinanz habe auf der Grundlage eines sogenannten „Kauf-, Miet- und Rückkaufvertrags“ gewerbsmäßig Gelder angenommen und deren unbedingte Rückzahlung versprochen, ohne über die hierfür erforderliche Erlaubnis zu verfügen. Daher ordnete die BaFin die Rückabwicklung des unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts an. Wenig später folgte allerdings schon die Insolvenz der Agrofinanz GmbH.
 
Dann trat die Farm Capital Management GmbH auf den Plan. Den Anlegern wurde angeboten, die bestehenden Verträge mit der Agrofinanz zu kündigen und neue mit der Farm Capital abzuschließen. Anleger, die sich darauf eingelassen haben, stehen nun erneut vor hohen finanziellen Verlusten.
 
Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Die handelnden Personen bei der Agrofinanz GmbH und der Farm Capital Management GmbH dürften zu großen Teilen identisch sein. Der Versuch das Geschäft zu retten, dürfte allerdings endgültig gescheitert sein. Für die Anleger stehen damit zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit hohe Verluste ins Haus. Sollte das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet werden, können sie ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Die Insolvenzquote wird die Verluste aber vermutlich nicht auffangen können.

Allerdings haben die Anleger noch weitere rechtliche Möglichkeiten, die sie nutzen können. So ist zunächst zu prüfen, ob die Verträge mit der Farm Capital Management überhaupt mit den Vorgaben der BaFin vereinbar sind. Denn die Finanzaufsicht hatte nicht nur verfügt, dass die Agrofinanz ihr unerlaubtes Einlagengeschäft einstellen und rückabwickeln muss, sondern auch betont, dass es dabei nicht ausreicht, den alten Vertrag zu kündigen und einen neuen Vertrag mit den Anlegern abzuschließen. Darüber hinaus kann auch geprüft werden, ob die Anleger Schadensersatzansprüche gegen Anlageberater oder Vermittler wegen einer fehlerhaften Anlageberatung geltend machen können.

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