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Insolvenz der HCI MS JPO Tucana – Möglichkeiten der Anleger


Schon nach fünf Jahren muss der Schiffsfonds HCI MS JPO Tucana die Segel wieder streichen. Das Amtsgericht Lüneburg hat am 5. September das vorläufige Insolvenzverfahren über die Gesellschaft des Containerschiffs eröffnet (Az.: 56 IN 74/16).
 
Das Emissionshaus HCI Capital (heute Ernst Russ AG) bot den Schiffsfonds MS JPO Tucana 2011 zur Beteiligung an. Anleger steuerten rund 14 Millionen Euro zum Emissionsvolumen bei. Ihr Geld könnte nach der Insolvenz der Fondsgesellschaft verloren sein. Dieses Schicksal haben schon tausende Schiffsfonds-Anleger in den vergangenen Jahren und Monaten erlebt. Denn seit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Branche entscheidend verändert. Nachdem die Containerschifffahrt über viele Jahre ein Wachstumsmarkt war, ging die Nachfrage zurück. Die aufgebauten Kapazitäten wurden nicht mehr benötigt und die Charterraten brachen ein. Eine Entwicklung, die bis heute anhält und zahlreiche Schiffsfonds in wirtschaftliche Probleme und nicht selten in die Insolvenz stürzte.
 

Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Die Probleme in der Containerschifffahrt sind aus heutiger Sicht nicht neu und waren auch schon 2011, als der Schiffsfonds HCI MS JPO Tucana aufgelegt wurde, bekannt. Dennoch wurden Beteiligungen an Schiffsfonds in den Beratungsgesprächen erfahrungsgemäß immer noch häufig als sichere und renditestarke Geldanlagen angepriesen. Eine Beratung, die glatt an der Realität und oftmals auch an den Anlagezielen der Anleger vorbeiging. Allerdings hätten die Anleger im Zuge einer ordnungsgemäßen Beratung auch umfassend über die Risiken ihrer Kapitalanlage und insbesondere über ihr Totalverlust-Risiko aufgeklärt werden müssen. Ist diese Aufklärung ausgeblieben, können Ansprüche auf Schadensersatz geltend gemacht werden.

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